Der große Zapfenstreich

Geschichte des Großen Zapfenstreiches, Entstehung

Die Landsknechte verbrachten ihre Abende in den Schänken oder in den Marketenderzelten. Zu einer festgesetzten Stunde musste jedoch die Ordnung des Lagers für die Nacht hergestellt werden. Deshalb ging der "Profos" begleitet von Spielleuten, einem Pfeifer und einem Trommler durch die Schänken und schlug mit seinem Stock auf den Zapfen des Fasses. Mit dieser Amtshandlung war unbedingt Schluss geboten und der Wirt durfte keine Getränke mehr ausgeben. Die Landsknechte hatten die Schänke sofort zu räumen und sich in ihre Zelte zu begeben. Auch durfte nicht weiter getrunken oder gespielt werden. Wer sich diesem musikalischen Befehl, der von den Landsknechten nun "Zapfenschlag" genannt wurde, widersetzte, wurde hart bestraft. Später wurde diese Handlung dann "Zapfenstreich genannt.

Der Große Zapfenstreich bei den deutschen Truppen

Bei den deutschen Truppen nahm der Zapfenstreich während der Freiheitskriege zunächst in Preußen zeremonielle Bedeutung an. Ab 1813 wurde auf Erlass des Königs Friederich Wilhelm III an den Zapfenstreich ein kurzes Abendlied, das Gebet, angefügt. Als Gebet setzte sich das Lied "Ich bete an die Macht der Liebe" durch. Ab 1918 wurde zum Abschluss des Großen Zapfenstreiches die Nationalhymne gespielt.

Der Große Zapfenstreich. Bedeutung bei den Schützen

Die Schützen bedienen sich des Großen Zapfenstreiches als militärische Zeremonie, aber auch bei Ehrungen und als "Letzter Gruß"

Spielfolge und technischer Ablauf

Dem Zapfenstreich können bis zu 3 Musikstücke vorangehen. Diese kann sich der zu Ehrende aussuchen. Dies ist die so genannte Serenade.
Kommando: "Schützenbruderschaft stillgestanden".
Die Schützen nehmen die Hacken zusammen und die Hände an die Hosennaht. 
Kommando: "Richt Euch"
Die Schützen nehmen den Kopf nach rechts und richten sich nach dem rechten Nebenmann aus.
Kommando: "Augen geradeaus"
Die Schützen nehmen den Kopf geradeaus.
Kommando: "Zur Meldung, Augen rechts" (oder die Augen links) hierbei spielt es keine Rolle ob der Meldeempfänger links oder rechts steht.
Die Augen der Schützen richten sich immer auf denjenigen, dem zu melden ist.
Der General oder Kommandierende geht zum Meldeempfänger und meldet:
"Schützenbruderschaft zum Großen Zapfenstreich angetreten"
Er erhält den Befehl zur Durchführung des Zapfenstreiches und geht zurück vor die Front.
Kommando: "Augen geradeaus"  "Großer Zapfenstreich"
Das Musikkorps eröffnet mit der Locke zum Großen Zapfenstreich.
Es folgt der Zapfenstreich Marsch
Weiter der erste, zweite und dritte Posten.
Kommando: "Helm ab zum Gebet"
Die Schützen nehmen (bis auf die Fahnenträger) ihren Schützenhut ab und halten ihn mit dem Federbusch nach oben, vor die Brust.
Die Fahne wird gesenkt.
Der Musikkorps spielt: "Ich bete an die Macht der Liebe"
Kommando: "Helm auf"
Alle setzten den Schützenhut wieder auf. Die Fahne wird aufgerichtet.
Der Musikkorps spielt den Abschlag nach dem Gebet.
Kommando: " Das Gewehr über"
Die Schützen nehmen den Säbel und führen ihn auf die rechte Schulter .(ausgenommen Fahnenträger)
Kommando: "Achtung, präsentiert das Gewehr"
Die Schützen führen den Säbel mit der Spitze schräg nach links Richtung Boden.
Der Musikkorps spielt die Nationalhymne.
Kommando: "Das Gewehr über"
Der Säbel wird wieder bis auf die Schulter geführt.
Kommando: "Gewehr ab"
Der Säbel wird zurück in die Scheide geführt.
Kommando: "Rührt Euch"
Die Schützen bleiben in gelockerter Haltung auf ihren Platz stehen und warten auf weitere Befehle.

 

 

Joomla Templates: from JoomlaShack